Oevenumer Jugendfeuerwehr besteht seit 1882
Oevenum/erk
Mit stolzer Brust und in reichlich großer Uniform marschierten Gerret von Eitzen, Bahne Mengel und Tobias Olufs rund um ihr Heimatdorf Oevenum. Natürlich nicht allein, denn die drei fünf- bis sechsjährigen Jungs gehören zur Oevenumer Jugendfeuerwehr, die in diesem Jahr seit 125 Jahren besteht. Dieses Jubiläum wird am 28./29.April 2007 gebührend gefeiert, schließlich handelt es sich um die älteste Jugendfeuerwehr Deutschlands. Dann werden auch zahlreiche Gäste vom Festland und der Nachbarinsel im Oevenumer Friesental erwartet, wo ein großes Festzelt aufgebaut werden soll.
Zur Übersicht: Im Gründungsjahr 1882 war der Beginn der deutschen Kolonialpolitik in Afrika, Otto von Bismarck brachte die ersten Sozialversicherungen auf den Weg und die Herren Otto und Diesel tüftelten an den ersten fahrbaren Verbrennungsmotoren. In dieser Zeit war es ungewöhnlich und gleichzeitig sehr klug, den Kindern und Jugendlichen den Umgang mit Feuerlöschgeräten beizubringen. Wenn die Männer überwiegend auf dem Feld oder in der Fischerei arbeiteten, waren die Jugendlichen tagsüber im Dorf, um bei Feuer schnell zu reagieren. Bekanntlich sind die ersten Minuten entscheidend, und hier konnte die Jugendwehr mit Feuerpatschen und Wasser aus Segeltucheimern die erste Brandbekämpfung leisten.
Heute kann es niemand mehr verantworten, Kinder im Ernstfall einzusetzen, doch die Feuerwehren profitieren von ihrem gut ausgebildeten Nachwuchs, der oft den Weg in die aktive Wehr findet.
Am besagten Wochenende standen aber die 23 Kinder und Jugendlichen im Vordergrund und feierten ihren Feuerwehrball. Wie in jedem Jahr begann der Tag mit einem Umzug zu den Klängen der Feuerwehrkapelle. Die Väter und Großväter erwiesen den Nachwuchsfeuerwehrleuten die Ehre und marschierten an zweiter Stelle. Das Kommando hatte an diesem Tag Broder Bahnsen, der diese Aufgabe gekonnt meisterte. Nach dem Rundzug ließ Jugendwart Stefan Runge „seine“ Kinder zum obligatorischen Gruppenfoto aufstellen. Ein Unterfangen, das fast genauso schwierig war wie das Marschieren zum Takt der Musik.
